1. Spieltag
Das erste Saisonspiel gegen die zweite Mannschaft aus Dalum wurde souverän mit 28:18 gewonnen. Besonders erwähnenswert in diesem Spiel waren die Leistungen von Thorsten W., Bernd B. und Matthias H. Selten zuvor hat jemand so viele 100%ige versemmelt!!!
2. Spieltag
Schale zum greifen nah!!!
Bei unserem 2. Saisonspiel gegen die Obergrafschafter aus Bentheim standen bereits alle Vorzeichen auf Sieg, denn das Spiel wurde auf einem Freitag abend angesetzt. Das heißt, dass ein Großteil der Mannschaft das Spiel komplett nüchtern bestritt. Und so starteten wir auch voller Elan in die Partie. Nachdem der 1. Angriff, um den uns die ganze Liga beneidet, mal wieder gründlich in die Hose ging, gelang uns bereits nach 2:14 min etwas außergewöhnliches und zu diesem Zeitpunkt völlig unerwartetes: Das erste TOR!!!
Mit diesem Vorsprung im Rücken konnten wir dann natürlich befreit aufspielen und nach einiger Zeit den Torabstand zu den Bentheimern sogar verdoppeln! Da war das Spiel weitesgehend entschieden! Die Bentheimer versuchten zwar nochmal das Spiel zu drehen, aber vergeblich, was nicht zuletzt am berüchtigtem Abwehr-Bollwerk Linki-Hacki lag. So retteten wir unseren 2 Tore Vorsprung, den wir zwischenzeitig sogar nochmal verdoppeln konnten, über die Ziellinie!!!
Nach dem Spiel lud Lenz dann zur großen vorzeitigen Meisterschaftsfeier bei Mey, was vielleicht auch erklären lässt warum mir das genaue Endergebniss entfallen ist!
3. Spieltag
Schale zum greifen nah gewesen!!!
Morgens halb Zwölf in Deutschland -was mach ich hier eigentlich?! Das war die wohl am häufigsten gestellte Frage an diesem trüben Sonntagmorgen! Nützt ja nix, war das Motto unter dem wir uns auf den Weg ins Emsländische Werlte begaben, um unsere bereits gefeierte Meisterschaft vorzeitig unter Dach und Fach zu bringen!
Das Spiel begann sensationell! Es dauerte genau 4!!!! (vier) Sekunden bis die Harzkugel zum ersten mal in die gegnerischen Maschen gefeuert wurde!!! (Cannon Ball- der gefürchteste erste Angriff der Welt hat endlich zugeschlagen) Warum der Cannon Ball heißt? Keine Ahnung!!!
1-0! Unser Plan war es, das Ergebnis irgendwie über die Zeit zu retten und hinten einfach Beton anzumischen. Doch nach genau 20 sek. wurden all unsere Planungen zu Nichte gemacht. Es hatte sich der Fehlerteufel in unsere Abwehr gemogelt und den Werltern somit die Chance zum Ausgleich gegeben! 1-1! Das war für uns der seelische Genickbruch! Damit hatten und konnten wir nicht rechnen. Als dann auch noch das 2-1 für Werlte fiel, war das Spiel für uns so gut wie gelaufen. Der Tabellenführer mit dem Rücken zur Wand. Mit dieser, uns völlig neuen Situation, konnten wir einfach nicht umgehen und liefen dem Rückstand die restliche Zeit von 59 min hinterher. Leider ohne Chance, das Blatt nochmal zu wenden. 28-26 hieß es am Ende.
Wir hatten doch tatsächlich unsere ersten beiden Punkte ins Emsland verschenkt. Bedauerlicher Weise war das nicht der einzige Verlust an diesem Tag. Frank Warsen, der nach 6jähriger Karrierepause sein Comeback gab, beendete seine Karriere nach 7 minuten mit einem Archillessehnenriss endgültig! An dieser Stelle gute Besserung Frank!
Nach dem Spiel versuchten wir dann unseren Frust mit Hilfe von 3 Kisten Rolinck Friedensreiter in gute Laune umzuwandeln,
mit Erfolg!!!
4. Spieltag
Sieg in der Abwehrschlacht vom Bosthorst!!!
Das 4. Saisonspiel vor weit mehr als 15 Zuschauern (ok, ca 14 davon aus Hennings näherer Verwandtschaft) gegen den bisherigen Tabellenführer aus Surwold begann so, wie das 3. endete. -Nein, nicht mit 3 Kisten Rolinck Friedensreiter (was übrigens nicht zu Unrecht in einem Osnabrücker Getränkemarkt zum Bier des Monats gewählt wurde) sondern mit einer Reihe Abspielfehler und jeder Menge versaubeutelter Torwürfe. So kam es, dass es nach 17 Minuten!!! noch 2-2 stand. Ich würde jetzt gerne die beiden fantastischen Abwehrreihen dafür verantwortlich machen, aber bei Würfen 12 Meter über das Tor (hi Thorsten) ist dann wohl doch eher der Angriff dafür verantwortlich. So plätscherte das Spiel bis zum Halbzeitstand von 7-5!!! vor sich her. Doch dann muss Coach Lenz in der Kabine wohl die passenden Worte gefunden haben. Die Mannschaft zeigte nun ihr wahres Gesicht und brannte ein regelrechtes Torfeuerwerk ab. 3 Tore in 5 Minuten! Ok, wenn man ehrlich ist, nix besonderes, aber ich wollte gerne mal das Wort Torfeuerwerk unterbringen. Mitte der 2. Halbzeit konnten wir uns dann mit 17-11 absetzen, was wir zum größten Teil unserem Torwart Katze Motzkus zu verdanken hatten, der mit Weltklasseparaden glänzte die wir von ihm in der Form gar nicht gewohnt waren. Doch dann ließen wir wieder jemanden mitspielen, den wir noch aus dem Spiel gegen Werlte kannten. Den Fehlerteufel!!! Er ermöglichte es den Surwoldern bis auf 1 Tor ran zu kommen. 18-17 hieß es eine Minute vor Schluss. Der Sichergeglaubte Sieg stand nun wieder auf der Kippe, ehe Hans Hoehne die Harzkugel zum entscheidenden 19-17 über die Linie beförderte. Lenz machte mit dem 20. Treffer den Sack endgültig zu.
Damit haben wir die Tabellenführung, die wir zwischenzeitlich den Surwoldern geliehen hatten, wieder zurückgeholt. Rein rechnerisch könnten wir zwar noch von der Spitze verdrängt werden, aber da glaubt spätestens nach dem heutigen Spiel wohl keiner mehr dran.
5. Spieltag
Neues vom Fehlerteufel!!!
Sonntagmorgen viertel nach elf, schnell noch ne Vorratspackung Aspirin in den Kopf gejagt und ab in die Bosthorst-Arena. Woher der Gegner kam, war schnell herrausgefunden, denn die hatten ganz offensichtlich nicht alle Lathen am Zaun. Das Spiel war in etwa so wie die Anwurfzeit, unter aller Kanone. 12:15 Uhr! Quasi mitten in der Nacht. Aber nun zum Spiel. Die Lathener spielten richtig schlecht, aber wir schafften es immer wieder noch eine Schüppe drunter zu legen. Doch zu keiner Zeit glaubten wir daran das Spiel gegen die Emsländer zu verlieren, denn ich meine auch eine klare spielerische Überlegenheit der Hausherren erkannt zu haben, die aber wohl auch nur durch eine Grün-Weiße Brille zu erkennen war. Es konnte sich keine der beiden Mannschaften richtig absetzen. 14-14 der Halbzeitstand. Das war noch lange kein Grund zur Panik, schon eher der Gedanke daran, dass wir noch 30 Minuten Handball vor uns hatten. Der Versuch in der zweiten Halbzeit den stärksten Spieler Lathens, der schon zweimal 2 Minuten bekommen hatte, durch kleine, nicht immer faire Aktionen die Beherrschung verlieren zu lassen, was dann die Rote Karte zur Folge hätte, schlug leider fehl, da der Schiedsrichter es bei 7 "letzten Verwarnungen" für die beiden Streithähne beließ. Als die Gäste dann beim Stand von 16-16 einen nach optischen Einschätzungen 11jährigen einwechselten wussten wir, das können wir nicht mehr verlieren. Aber Schwuppdiwupp stands 16-19!
Das lag aber nicht an dem Kleinen, sondern an unserem guten alten Bekannten, dem Fehlerteufel. Er war es auch, der unsere beiden 7m verwarf. Oder war es Matze Kolde??? Ach Matze, nicht schlimm, 2 Tore mehr oder weniger hätten auch nix mehr anrichten können.
Naja, es war auf jeden Fall wieder passiert, wir hatten gegen Emsländer verloren und einen erneuten Rückschlag im Meisterschaftsrennen erhalten. Das muss es jetzt aber auch gewesen sein mit Minuspunkten, sonst wirds nochmal eng und wir müssen unsere Meisterschaft T-Shirts wieder abbestellen.
Nach dem Spiel analysierten wir das ganze noch bei der ein oder anderen gemütlichen Flasche Bier in der Kabine, was wir dann aber abbrechen mussten, weil die erste Mannschaft sich umziehen musste. Das passiert, wenn man die Spiele so knapp nacheinander legt. 12:15 Uhr und 18 Uhr, da bleibt ja kaum Zeit zum Ausschwitzen. Ach ja, das Endergebnis war übrigens 23-25! 23-25???
Ey Matze:-)
6. Spieltag
Noch 4 Spiele bis zur Meisterschaftsfeier!!!
Als erstes einmal großes Kompliment an den Staffelleiter für die Terminlegung. Samstagabend, Prime Time!!! Damit hat er seinen kleinen Fauxpas vom letzten Spiel (sonntags 12:15) wieder gut gemacht. Der komplette Kader war topfit, wenn sich auch noch aufgrund eines am Tag zuvor eingenommen Jamaikanischen Rohrzuckersaftes in Kombination mit Cola, leichte Disharmonie in der Magengegend bemerkbar machte.
Aber nun zum Spiel.
Um 19:00 Uhr empfingen wir unsere Gäste aus Bentheim zum großen Grafschaft Derby. Der Zuschauer Ansturm hielt sich diesmal stark in Grenzen, was ich mir nur dadurch erklären kann, dass das Spiel der deutschen Nationalmannschaft zeitgleich im Fernsehen übertragen wurde und weil Henning es versäumt hatte seine Verwandtschaft zu mobilisieren. Nur Iris, Kerstin, Inge und Luis blieben ihrer Linie treu und verirrten sich wieder mal in die Bosthorst-Arena.
Aber nun wirklich zum Spiel!
Beide Mannschaften unterstrichen eindrucksvoll, dass sie zu Recht in der untersten Liga Deutschlands spielen.
Wobei die Bentheimer noch den leicht besseren Start erwischten. 5-10 stand es nach 20 Minuten und ich hatte ehrlich gesagt das Gefühl aus unserer Operation Wiederaufstieg wird eine Operation wider Aufstieg. Doch dann bemerkte Daniel Thier, dass er auch mitspielt und machte von nun an seinem Namen alle Ehre.
Unter dem Motto "is der Winkel noch so klein, den mach ich rein" hämmerte er die Harzkugel aus sämtlichen Positionen in die Maschen der Bentheimer. 10-10! Auch in der zweiten Halbzeit hatten die Bentheimer stets mit ein bis zwei Toren die Nase vorn. Aber Bertholds Reflexe verhinderten dass sie sich weiter absetzen konnten. Und dann rief er auch noch aufs Feld " Jungs, wenn wir gewinnen gebe ich einen aus"
Besser kann man eine Mannschaft nicht motivieren.
Wir holten jetzt das letzte aus uns raus und rannten wie die Gazellen über den Platz. (oder wie heißen die großen grauen Tiere mit dem langen Rüssel?)
3 Minuten vor Schluss konnten wir unsere erste Führung verbuchen und die retteten wir dann auch souverän über die Ziellinie. 23-21 hieß es nach 60 Minuten. Die Tabellenführung ist wieder in der Niedergrafschaft und da wird sie für den Rest der Saison auch bleiben.
Es sind nur noch 4 Spiele und wenn wir es schaffen den Fehlerteufel zu Hause zu lassen dürfte da nix mehr schief gehen.
7. Spieltag
Das wars!!!
Wir sind mit einer Bauchlandung zurück auf dem harten Boden der Realität aufgeschlagen. Werlte hat uns die Punkte und die Meisterschaft geklaut. Und das ausgerechnet an einem Samstagabend, vor einer Rekordverdächtigen Kulisse von 11 Erwachsenen und 3 Kindern! Danke Henning!
Leider konnten wir unserer treuen Fangemeinschaft keinen Sieg mit auf den Heimweg geben, und das obwohl alles danach aussah.
Die Anfangs Viertelstunde haben wir überragend gespielt, klar dominiert und den Werlter nicht den Hauch einer Chance gelassen und somit völlig zu Recht mit einem Tor geführt.
Nach einem kurzen Zwischenspurt konnten wir uns mit 3 Toren absetzen und diesen Vorsprung bis kurz vor Ladenschluss behaupten. Doch dann das tragische aus für Hacki, der wie Frank Warsen im Hinspiel das Spielfeld eher verlassen musste, nachdem er ohne Gegnerisches Einwirken umgeknickt war. Die erste Setiahardjaische Diagnose lautet Bänderriss. An dieser Stelle gute Besserung Matze! -Danke!!!
Der Ausfall war insofern besonders tragisch, weil Hacki bis dahin mit einer für ihn sensationellen Quote von gerademal ca 15 Fehlwürfen glänzte.
Das Spiel stand jetzt wieder auf der Kippe, weil die Mannschaft wohl nur noch die Verletzung unseres halblinken im Kopf hatte. Oder weil sie sich um den Biervorrat in der Kabine sorgte, denn der Verletzte hielt sich zu diesem Zeitpunkt alleine dort auf.
Unser Vorsprung schrumpfte von Minute zu Minute auch unterstützt durch den Schiedsrichter, der sich in der Liste der schlechtesten Schiedsrichter der Welt nun auf Platz 1-8 befindet!
Selbst Hans Hoehne, sonst als eher als Fleischgewordene Hängematte bekannt, eskalierte!
Nach einem kleinen Schupser des Gegners schrie er erst ein unnachahmliches AUAAA, und haute dann seinem Gegenspieler auf den Arm, wie es sonst wohl nur ein Friseurmeister aus Köln könnte. Herrlich!!!
Naja, die Nerven lagen eben blank. Werlte gelang wenige Sekunden vor Schluss der Ausgleich und wir vertändelten vorne ohne Bedrängnis den Ball, sodass die Emsländer mit dem Schlusspfiff noch den Siegtreffer zum 22-23 erzielen konnten.
Damit ist die Meisterschaft at acta gelegt und wir können uns voll und ganz auf unser Freundschaftsspiel gegen St. Pauli im April konzentrieren, wo es ja schließlich darum geht Weltpokalsiegerbesiegerbesieger zu werden. Aber wenn selbst das nicht klappt, ist das auch kein Beinbruch, denn wie sagt schon ein altes Chinesisches Sprichwort: 路遥知馬力,日久見人心。
8. Spieltag
Handball der Sonderklasse!!!
Oh man, was für ein Spiel. Atemberaubende Spannung, Traumtore am Fließband, geniale Spielzüge und Torhüter Paraden noch und nöcher. - Von alle dem, gestern weit und breit keine Spur! Das war das schlechteste Handballspiel der Weltgeschichte. Und das ist noch schön geredet. Max Heiser hätte sich im Grabe umgedreht. Ihr fragt euch jetzt sicher was hat denn der Max damit zu tun und vor allem, wer ist das überhaupt!? 1917 hat der Gute die Handballregeln erfunden. Wenn er allerdings gewusst hätte was wir damit gestern veranstalteten, er hätte es gelassen. Hat er aber nicht, und somit mussten wir am Samstag nach Dalum reisen. Unser Ziel war selbstverständlich zwei Punkte mit nach Hause zu nehmen. Schließlich mussten wir die beiden Punkte aus dem Spiel gegen Bentheim, die uns wegen Schummelns mit erwischt werden, am grünen Tisch abgezogen wurden, wieder zurückholen. Wenn man jetzt unsere Leistung mal Revue passieren lässt, sollte man meinen es gibt auf diesem Planeten keine Mannschaft die noch schlechter Handball spielen kann als wir. Oh doch!!! Die Handball-Legastheniker aus Dalum. Wirklich gruselig was sich da am Samstag in der Sporthalle abspielte. Man kann von Glück reden, dass sich keine Zuschauer in die Halle verlaufen hatten. Die hätten uns wahrscheinlich auf Schmerzensgeld verklagt. So, jetzt aber genug gemeckert, nicht dass hier noch der Eindruck entsteht, der Pressewart will das Spiel nur schlecht reden, weil er selbst nicht mitgespielt hat. Nichts liegt mir natürlich ferner als das. Aber es war wirklich unterirdisch. Schlimm so was ansehen zu müssen. Der Torwart der Gastgeber hatte seit mehr als zwei Jahren kein Handball mehr gespielt, was ich ihm auch ohne wenn und aber abnehme. Ohne ihm zu nahe treten zu wollen, aber man kann fast sagen es wäre effektiver gewesen ohne Torwart zu spielen. Trotzdem gelang es unserem Angriff nicht ihm einen Ball nach dem anderen um die Ohren zu jagen. In 10 Minuten ein Tor. Peinlich, peinlich. Ok, wir haben auch nur einen Gegentreffer kassiert, aber das lag wohl eher daran, dass die Dalumer nicht werfen konnten. Der Zuffenhausener Halbzeitstand von 9-11 lässt in etwa erahnen wie schlecht die beiden Angriffsreihen in der ersten Halbzeit waren. Das einzig Positive der ersten Hälfte war, es konnte nur besser werden. Das Negative war, es wurde aber nicht besser. Es ging leider genauso weiter. 16-18 hieß es nach 60 Minuten. Damit haben wir uns auf den dritten Tabellenplatz verbessert, haben aber auch einige Spiele mehr absolviert als die unter uns stehenden. Keine Ahnung wer vor der Saison gesagt hat, wir wollen Meister werden, aber davon sind wir im Moment weiter von entfernt als der Papst von der Hochzeitsnacht!
9. Spieltag
Niederlage in letzter Sekunde weggefaustet!!!
Samstagnachmittag, 15:00 Uhr. Jeder normale Mann sitzt jetzt in irgendeiner Spelunke, schraubt sich den einen oder anderen Gerstensaft in seine wohlgeformte Plauze und drückt seinem Lieblings Fußballverein die Daumen.
Ganz anders, die Handballer der Dritten. Wir schwangen unsere Astralkörper ins Auto und machten uns auf den Weg ins emsländische Surwolt. Dort angekommen und vor verschlossener Hallentür stehend, versuchten wir uns als erstes mal die Frage zu beantworten: Spielen wir heute überhaupt gegen Surwolt? Offensichtlich hatte sich niemand die Mühe gemacht, das zu Hause mal zu recherchieren. Da wir weder den 50:50 Joker, noch den Publikums Joker zur Verfügung hatten, mussten wir mit Hilfe des Ausschlussverfahrens an die Lösung gelangen. Nachdem wir alle Mannschaften durchgegangen waren, gegen die wir schon gespielt hatten, war schnell klar wir mussten richtig sein.
Und so war es auch. 30 Minuten vor Spielbeginn trudelten die ersten Surwolter ein. Dem Anschein nach ein Recht gemütliches Völkchen, diese Surwolter. Als erstes wurden mal ein Paar Zigaretten geraucht, dann 2-3 Bälle auf das leere Tor geworfen bzw. geschossen und los ging’s.
Und Zwar richtig.
15 Minuten gespielt und es stand 23:5 für uns. Sensationell. Doch da der Schiedsrichter leider all unsere Pfosten- und Lattentreffer nicht als Reguläre Tore anerkannte bot sich auf der nicht vorhandenen Anzeigetafel ein ganz anderes Bild. 5:0 für Surwolt.
5 Tore kassiert, keins gemacht. Quasi ein Spiel wie jedes andere auch.
Doch dann brach unser Soldat Florian Schwenkner den Bann und hämmerte den Ball 3mm am Schädel des Keepers vorbei in die Maschen. Jetzt hatten auch die anderen Spieler gesehen wie es gemacht wird und die Aufholjagd konnte beginnen.
10:9 für uns hieß es in der Halbzeitpause.
Diesen Vorsprung konnten wir sogar noch ausbauen und so kam es, dass es 5 Minuten vor Schluss 19:15 stand. Da kann nichts mehr anbrennen.
Denkste!
Der Käse war noch lange nicht gehobelt.
Surwolt knabberte Stück für Stück ein Stück vom Vorsprung ab und erzielte nach 59 Minuten und 30 Sekunden das 19:18.
Spannung schlich sich in die Sporthalle.
Ballbesitz für uns und noch 30 Sekunden zu spielen. Doch wie man es von uns gewohnt ist gaben wir relativ schnell den Ball aus der Hand und ein Surwolter Spieler spurtete allein auf weiter Flur auf den Kasten von Berthold zu.
Noch 4 Sekunden!
Das Spiel jetzt an Dramatik nicht mehr zu überbieten.
Berthold stürmte aus seinem Gehege und zog den Feind mit 2 gekonnten Handgriffen auf Links.
Diese aus zahlreichen Mr. Miyagi Filmen bekannte Verteidigungs-Methode hatte natürlich die 2 Minuten Zeitstrafe zur Folge und ein neuer Torwart musste her.
Der verletzte und zum Zuschauen verdammte Matze Hacker (ordnungsgemäß im Spielbericht eingetragen) schnürte seine Handballschuhe, setzte die Brille ab, stellte das Bier zur Seite (natürlich Alkoholfrei) (glaub ich) und schritt zur Tat.
Wie gesagt, 4 Sekunden noch und Freiwurf für Surwolt.
Die perfekt aufgestellte Mauer wurde mit einem einfachen Pass in die Mitte komplett ausgehebelt. Freie Bahn für den mutmaßlichen Torschützen.
Er knallte die Harzkugel mit voller Wucht genau in den Winkel. Doch da stand ja noch jemand.
Genau, der Hexer Matze.
Mit einer Glanzparade wie Olli Kahn zu seinen besten Zeiten, nur besser, fischte er das Leder aus dem Winkel und faustete es über die rettende Außenlinie.
Weltklasse!
Gut, der ein oder andere Beobachter ist sicher der Meinung, der Ball wäre so oder so weit daneben gegangen, aber aus meiner Sicht spielte sich das ganze so ab.
Tja, 2 Punkte aus dem Emsland gestohlen und danach die Nacht zum Tag gemacht.
Was will man mehr?
10. Spieltag
Wieder nur zweiter geworden!!!
Es war wieder soweit, schon wieder ein Samstag, schon wieder ein Spiel. Diesmal ging es gegen die Erstvertretung aus Lathen. Es war das letzte Spiel einer Saison mit vielen Höhen und Tiefen. Allerdings mehr Tiefen als Höhen, also viel mehr Tiefen, eigentlich war es ein regelrechtes Saisontief.
Unser Ziel, der Wiederaufstieg wurde aber so was von verfehlt, würden wir nicht schon in Deutschlands schlechtester Liga spielen, wäre es wohl spätestens nächste Saison so weit.
Dennoch ließ sich unsere Fangemeinde (nennen wir sie mal die Vetten Geerte) es nicht nehmen mit ins Emsland zu reisen und uns lautstark zu unterstützen. Oder doch eher um uns bei der Beseitigung unseres alkohol- und kohlensäurehaltigen, durch Gärung aus den Grundzutaten Wasser, Malz und Hopfen gewonnenen und beim Gärvorgang mit Hefe versetzten Getränkes zu helfen?
Man weiß es nicht.
Es ging auf jeden Fall rasant los. Um nicht zu sagen sehr rasant. Wir gaben von Anfang an Vollgas und ließen uns nicht von der Spur abbringen. Wir versuchten das Tempo so lange wie möglich hoch zu halten… um möglichst pünktlich in Lathen anzukommen.
Das waren wir dann auch. Mal wieder viel zu früh. Eine Stunde vor Spielbeginn! Hans wurde daraufhin mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Abfahrtszeit-Bestimmer befreit.
Ab der kommenden Saison heißt es dann wieder: „egal wo hin es geht, ne Stunde vorher ist Treffen“.
So aber versuchten wir die Zeit beim Lathen-beim-warm-machen-zugucken totzuschlagen.
Dann ging es aber endlich los.
Und wie!
Lathen hatte Anwurf und nach 4 Sekunden stand es 1-0 für uns. Wie das geht?
Ganz einfach, Easy, mittlerweile von uns als Michael Ridder enttarnt, spazierte vor dem Anwurf nach vorne, um den 250 Kilo schweren und 3,80m großen Glöckner von Lathen in die Manndeckung zu nehmen. Plötzlich warf ihm aber jemand den Ball in die Arme und Easy, der alte Teufelskerl, hatte keine andere Wahl als nach vorne zu rennen und die Kirsche zu versenken.
Was für ein Start.
Und das auch noch ohne Trainer, da dieser es vorzog, eine ca. 400 Gramm schwere und 40-45 mm dicke, etwa Handteller große Holzscheibe mit Bleikern durch die Landwirtschaftlichen Straßen der Grafschaft zu rollen.
Doch die Antwort der Lathener ließ nicht lange auf sich warten und zappelte wenig später bei uns im Netz. So ging es bis zur 15. Minute hin und her. 8-7 stand es da.
Dann allerdings machte sich das Konditionsdefizit bei unserem kurzfristig in die Mitte beorderten und bis dahin nach eigener Aussage sensationell spielenden Andre Link bemerkbar. Hechelnd und mit schmerzverzehrtem Gesicht kroch er von der Spielfläche und der noch angeschlagene Matze H. musste rein. Und ja, was soll ich sagen, von da an ging es Bergab. Es war sicher kein besonders gutes Spiel von ihm, da muss man mal selbstkritisch sein, auch sich selbst gegenüber.
Dennoch gaben wir uns noch nicht geschlagen. Immer wieder gelang es Hans Hoehne, der teilweise sogar Bälle von mehr als 5m Entfernung fing, den Torhüter bzw. die Torhüterin zu überwinden.
Auch Christian „Uli“ Ulrich machte im ungewohnten Rückraum eine glänzende Figur. Wobei Figur da vielleicht nicht das richtige Wort ist!
Im Großen und Ganzen kann man eigentlich ganz zufrieden mit dem Spielverlauf sein. Da haben wir schon deutlich schlimmeres abgeliefert.
Gegen Ende der Partie ließen dann auf Grund unserer dünnen Personaldecke die Kräfte nach
und wir ließen uns standesgemäß abschlachten. 30-22 nach 60 Minuten.
Nach dem Spiel plünderten wir unsere Mannschaftskasse und feierten bei Berthold unseren verpassten Aufstieg und das Saisonende.
Dabei versuchten Uli und ich wenigstens noch einen Sieg an diesem Tag zu erreichen, und zwar beim großen „Linki unter den Tisch saufen“! Doch auch das hat nicht sollen sein.
Zu guter letzt möchte ich mich noch bei allen Lesern für die lobenden Worte der Berichterstattung bedanken, aber gleichzeitig hiermit meinen Rückzug aus dem Sportjournalismus bekannt geben.
In diesem Sinne,
euer Theo Veldhausen!